Gerade jetzt…

Gerade jetzt, in Corona-Zeiten ist es eine große Herausforderung gut für uns als Mama zu sorgen.
Es werden gerade so viele Anforderungen an uns gestellt. Neben der unbezahlten Care-arbeit und unserer bezahlten Arbeit, sollen wir jetzt auch noch Kindergärtnerin, Lehrerin, Freundin, Sportverein und und und sein. Wir haben fast 24/7 die Familie um uns. Die gewohnte Struktur fehlt und so langsam geht uns die Puste aus. Wer hat da noch Zeit, gut für sich selbst zu sorgen?

Aber gerade jetzt, ist es auch so besonders wichtig, euch selbst, bei all dem Stress, nicht zu vergessen. Denn, ähnlich wie bei der oft zitierten Geschichte mit der Sauerstoffmaske im Flugzeug, die man sich erst selbst aufsetzen muss, um dann für andere hilfreich sein zu können, verhält es sich mit uns Mamas. Wir müssen gut für uns sorgen, unsere Akkus aufladen, denn ohne Kraft und Energie können wir auf Dauer nicht gut für unsere Familie da sein und uns geht die Puste aus.

Was können wir tun?

Was aber können wir jetzt tun, wenn wir merken, dass wir total erschöpft sind?
Ich habe hier mal ein paar Tipps zusammengestellt, die vielleicht hilfreich sein können. Die Liste ist nur eine Anregung. Nimm dir das mit, was dir gut tut und sich richtig anfühlt.

1) Verbinde dich!

Ruf eine Freundin oder einen Freund an und lass mal alles raus, was du auf der Seele hast. Manchmal möchte man nur reden, ohne Tipps zu bekommen und Ratschläge. Kommunizier das gut, damit es sich für dich hilfreich anfühlt. Sag genau, was du möchtest und was nicht.
Wenn es niemanden gibt, den du anrufen kannst oder magst, dann gibt es auch von verschiedenen Stellen eine Möglichkeit mit jemanden zu sprechen (auch anonym). Weiter unten habe ich dir die wichtigsten Telefonnummern aufgelistet.

2) Schreib es dir von der Seele!

Schreib es dir von der Seele. Schaff dir ein schönes Notiz-Buch an und all die Gedanken, die dir durch den Kopf gehen, auf. Mach dir Notizen, was heute gut war, wofür du dankbar bist und worauf du dich freust, wenn wir wieder mehr dürfen. Schreibe einen Brief an eine Freundin oder an jemanden, an den du gerade denkst und teile dem Menschen mit, was du vermisst mit ihm zu tun und worauf du dich freust, wenn du ihn wieder siehst. Denn geteilte Freude ist doppelte Freude.

3) Versuche die kleinen Dinge zu genießen

Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Wenn gerade alles doof ist, dann darf auch alles doof sein. Und trotzdem, wenn wir ganz bewusst versuchen auch die guten Momente wahrzunehmen, lenken wir unsere Aufmerksamkeit um. Konntest du heute mal ohne Gefolge in Ruhe auf Toilette gehen? Haben deine Kinder heute 15 Minuten ganz innig ohne Streitereien miteinander gespielt? Hast du heute eine ganze Tafel Schokolade vertilgt?
Dann feiere das. Feiere all die kleinen Momente, die sonst vielleicht im Alltag untergehen.

4) Überprüfe deine Überzeugungen

Wir befinden uns in einem Ausnahmezustand! Die Situation bedeutet für uns alle Stress. Besondere Umstände erfordern manchmal auch besondere Maßnahmen, gerade wenn du gerade nicht die Kraft hast und total erschöpft bist!
Möchtest du eigentlich, dass deine Kinder mit möglichst wenig Medienkonsum aufwachsen und wünscht dir aber so sehr mal Zeit für dich? Ist dir wichtig, immer zusammen am Tisch zu essen, aber momentan stresst es dich total, weil die Stimmung allzu oft kippt? Sorgst du dich, dass dein Kind den Anschluss verpasst, wenn ihr nicht jeden Tag zwei Stunden lernt?
Frage dich mal, ob das wirklich so ist. Kannst du davon vielleicht etwas loslassen? Du musst es ja nicht für immer so machen, aber jetzt ist es wichtig, dass alle gut und gesund durch diese anstrengende Zeit kommen.

5) Verrückte Ideen

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Kreative Lösungen finden fällt da schwer. Aber versuch doch mal mit deinen Kindern oder auch alleine kreativ, verrückte Lösungen zu finden. Alles ist erlaubt. Pizza in der Badewanne zu servieren und damit vielleicht sowohl die Badefrage, als auch die Matscherei am Abendbrot-Tisch sprichwörtlichen in einem Abwasch zu erledigen. Oder leg doch mal deine Lieblings-Songs von früher auf und hotte mal mit deinen Kindern zu „Verdammt ich lieb dich“ von Mathias Reim ab. Oder von wem auch immer.

6) Mach anderen eine Freude

Malst du gerne? Schreibst du gerne Gedichte? Oder bist du eine Bastel-Tante? Dann mach anderen eine Freude mit deinen Talenten. Schreibe Briefe, male für andere. Damit machst du anderen und dir selbst eine Freude und kannst auch unmittelbar dein persönliches Wohlbefinden verbessern.

7) Dich mit dem Sinn dahinter verbinden

Zugegeben, der Zweck heiligt sicher nicht immer die Mittel. Aber dir vor Augen zu führen, dass du gerade einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leistest und dass das Kontaktverbot einen Effekt hat, machen es vielleicht leichter. Ich möchte hier aber jetzt nicht über Sinn und Unsinn der Maßnahmen diskutieren.

8) Wähle weise…

Such aus, mit wem und was du dich umgibst! Wähle gut, was du konsumierst. Nicht jede Information ist gut, nicht alles ist hilfreich. Teilweise sind die zugrunde liegenden Quellen nicht seriös oder es fehlen den Verfassern die Fachkenntnisse, um die Studienergebnisse richtig zu interpretieren. Manchmal werden auch Fakten falsch oder verkürzt dargestellt, um bewusst Aufmerksamkeit zu erregen. Wenn du merkst, dass es dir zu viel wird und dir die Informationen nicht gut tun, dann mach mal eine Pause und entfolge dem ein oder anderen Influencer.

9) Professionelle Hilfe holen

Zu guter letzt noch, möchte ich dich ermutigen, dir professionelle Hilfe zu holen, wenn du merkst, es geht dir nicht gut und du kommst nicht mehr weiter. Totale Erschöpfung kann neben Stress und Überreizung auch andere Ursachen haben. Wende dich an Menschen, die sich damit auskennen. Dein Hausarzt oder deine Hausärztin sind hierbei sicher gute, erste Ansprechpartner.


Wichtige Telefonnummer, die du anrufen kannst, wenn du an deine Grenzen kommst:

  • Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar unter folgenden Rufnummern: 08001110111 oder 08001110222.
  • Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat eine Corona-Hotline eingerichtet, die täglich von 8:00 – 20:00 Uhr unter 08007772244 erreichbar und für die Anrufenden kostenlos und anonym ist.
  • Nummer gegen Kummer für Eltern: 08001110550 (Montag-Freitag von 9-11 Uhr, Dienstag + Donnerstag von 17-19 Uhr)